Es wird zu wenig gebaut

Für den Wohnungsbau hat der Freistaat Bayern seit
Jahren ein klares Ziel. 70.000 neue Wohnungen sollen jährlich gebaut
werden, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Die aktuell
vom Bayerischen Landesamt für Statistik veröffentlichten Zahlen sind von
dieser Vorgabe weit entfernt. 53.993 Baufertigstellungen meldet das Amt
für 2016. „Damit wurden die Vorjahreszahlen nur unwesentlich übertroffen“,
sagt Günther Gültling, der Vorsitzende der ABI Arbeitsgemeinschaft der
Bayerischen Immobilienverbände. Die Prognosen für 2017 würden zwar
etwas besser aussehen, das Ziel der Staatsregierung sei aber noch in
weiter Ferne.
Dabei ist die Nachfrage auf den Wohnungsmärkten der bayerischen
Ballungszentren ungebrochen. Im Jahr 2016 sind die Wohnungsmieten
flächendeckend gestiegen. Langjähriger Spitzenreiter ist München mit
15,65 Durchschnittsmiete pro Quadratmeter, doch auch in Ingolstadt leben
Mieter teuer (11,14 Euro), meldete das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und
Raumforschung (BBSR) im März. Zuwanderung und Wohnungsengpässe
sorgen für weiter steigende Mieten, so die Experten.
„Der Wohnungsbau muss dringend beschleunigt werden“, so Gültling. Die
Ergebnisse des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen würden
die nötigen wohnungspolitischen Maßnahmen aufzeigen und müssten wie
erst kürzlich die Novelle des Baugesetzbuches umgesetzt werden. Dazu
zählen z.B. Deregulierungsvorhaben wie die Einführung einer einheitlichen
Musterbauordnung, beschleunigte Genehmigungsverfahren oder eine
Sonderabschreibung für den Wohnungsbau samt einer gleichwertigen
Investitionszulage. „Und natürlich: Keine weitere Verschärfung
kostentreibender Baustandards“, ergänzt der ABI-Vorsitzende.

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